Sonntag, 10. Juli 2016

Eine Woche KnallSommerTheater

Morgen am 11.Juli 2016 beginnt das Sommertheater-Feinkost-Festival auf dem Hof der Feinkost (Karl-Liebknecht-Str. 36).
Es wird gemobbydickt, ganz viel gerobbinhoodet und einmal kränklich eingebildet.

UND:

Die Kindersommertheaterimpro (was für ein Wort): funktioniert.
Vielleicht nicht für alle und jeden. Aber was ist schon für alle und jeden?
Shakespeares Sommernachtstraum gab es schon seit Jahrhunderten in etlichen Varianten zu sehen.
Natürlich haben wir uns gefragt worin denn der Mehrwert eine Impro desselben liegen könnte.
Die Praxis zeigt: die Kinder bringen ihre Fantasie mit ein, sie entscheiden wer den Wolf spielen soll, sie machen Geräusche zu Blitz und Donner und Regen und entscheiden wohin es zu jenem Land geht, in der die Blume Liebnurmich wächst.
Dazu kommen gewöhnliche Haushaltsgegenstände zu ihren ersten Bühnenerfahrungen.

Freitag, 1. Juli 2016

Der Sommer voller Theater

Die Straßentheatertage waren großartig! Zumindest für die Meisten.
Vorallem zwei Madrider, die Breakdance, Comedy und Slapstsiktheater zu einer wundervollen Show zusammenführten stachen diesmal heraus. Bis zu 200 Passanten lockten sie an. Großartig!

Und nun, im Juli klopft das Sommertheater an die Knalltheatertür.
Am 3.Juli geht es mit Kindersommertheater los. Mal wieder wird improvisiert. Dabei steht die Geschichte bereits: Ein Sommernachtstraum von Shakespeare!
Wir sind gespannt was draus wird.
Es folgen eine Woche später Robin Hood, Moby Dick und Der eingebildete Kranke.
Im August gibts dann zwei Neulinge unter den Sommertheaterabenden:
Münchhausens Abenteuer
und
Ich könnt´ auch ne Tomate spielen (ein Solokabarett mit Burkhard Damrau)

Aber es wird auch noch Zeit für am See rumliegen, Bücher lesen und auf die Wolken gucken bleiben!!!!

Samstag, 26. März 2016

Kritik für unser Osterspiel

Gestern, am 25.März haben wir das geplante Osterspiel am morgen abgeblasen und nach zwei Stunden die Absage wieder rückgängig gemacht, nicht zuletzt Dank Armin Zarbock.
Was das die richtige Entscheidung?
Was war passiert?
Wir haben das Osterspiel angekündigt als wäre es eine Fortsetzung des Krippenspiels, sozusagen einer, jedenfalls an einigen Stellen ausgefeilten Inszenierung. Doch wir haben einfach keine Osterspiel-Inszenierung geschafft (die Gründe kennen wir!) und wollten das Publikum nicht mit einer ImproErsatzShow enttäuschen.
Im Theater ist die Inszenierung eine Art Gemälde, wohingegen die Improvisation eher eine Skizze ist. Die kann natürlich mitunter wesentlich unterhaltsamer als das Gemälde sein, trotzdem bleibt es halt "nur" eine Skizze.
Armin und Claudius jedoch haben uns ermutigt zum "Zeichnen" und sich zudem als Helfer zu Verfügung gestellt. Da zwei von uns (Philipp und ich) auch Lust auf die Ostergeschichte hatten sind wir angetreten.
Mir ist dabei die Frage gekommen: Welche Enttäuschung wiegt mehr? Die unter den Erwartungen gebliebene Vorstellung oder der Ausfall der Vorstellung?

Nach dem gestrigen Abend kann ich für mich feststellen: Der Ausfall hätte mehr enttäuscht! Zumindest uns selbst. Trotz der unausgegorenen Szenen, verwackelter nervend-selbstkasteiender, leise um Absolustion schreiender Ansagen, die stringenzlose Dramaturgie des Abends, die flache Gaggingquote, die inhaltliche Leere und dazu die ambitionierte Themenbehandlung; und trotz das zwei der Zuschauer (ein junges Paar) schon nach rund 20 Minuten den Raum verlassen hatten - gab es so viele Momente grotesker Verquerungen, Lachtränen und fröhlich gestimmte Menschen - das wir mit ruhigem Gewissen sagen können: Das war es wert zu riskieren!
Es war kein Abend für die Kunst, aber einer den man mit verschmitzten Schmunzeln erinnern wird.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Theaterarbeit, Grotowski, Gesundheit und eine Huldigung an Grotowski

Derzeit beschäftige ich mich viel mit der Arbeit von Grotowski. Ein Theatermann, der ALLES von seinen Mitarbeitern, Schauspieler, Assistenten forderte. Die völlige Hingabe und Ergebenheit an die Kunst. Das hat ihm einen Gurustatus eingebracht. Ansich ist ein Guru ja nichts schlimmes. Guru heißt so viel wie Lehrer, Meister. In unserer westlichen Vorstellung ist es jedoch negativ besetzt und erzeugt Bilder von Sektenführern, Menschen die andere für ihre eigene Zwecke missbrauchen.
Grotowski meinte: "Ich lebe durch meine Schauspieler!" Er selbst war wohl auf der Bühne keine so große Leuchte, das war ihm auch bewusst. Einmal zierte er sich mit einer Frau auf einer Feier zu tanzen, aus Angst wegen seiner körperlichen Unbeholfenheit. Auf Fotos sieht man ihn oft mit Zigarette. In Interviews zündet er sich gern mal eine solche an, ebenso wie sein Vorzeigeschauspieler Cieslak. Der starb dann auch, und das ist sicher kein Zufall, mit knapp über 50 Jahren an Lungenkrebs. Und Grotowski kämpfte ebenfalls die letzten Jahre seine Lebens mit einer Krankheit. Von den Teilnehmern seine Workcenters sind viele jung gestorben.
Worauf will ich eigentlich hinaus?
Vielleicht ist mir klar geworden das Theaterarbeit, ebenso Hingabe und Leidenschaft an die Kunst, nicht die Gesundheit ruinieren darf. Es macht keinen Sinn sich zu schinden, auf die einfachen Regeln gesunden Lebens zu verzichten und dann früh zu verenden.
Meiner Ansicht nach stimmt etwas nicht, wenn Theater schädliche Wirkung hat. Und letztlich hat sich ja auch herausgestellt, dass Grotowski seinen ganz persönlichen Kampf mit seiner Psyche ausgefochten hat.
Mich inspiriert und warnt Grotowskis Werk. Vieles erinnert mich an die Bücher von Castaneda. Da sind neben so vielen erhellenden Momenten auch einige seltsame Stellen (zum Beispiel die wo Castaneda einem Salamander die Augen zunäht).
Was können wir mit diesen alten Meistern tun?
Mir fällt dazu lediglich ein:
Das was inspiriert und fasziniert rauspicken und zu einem Eigenen formen.

Ergänzung:
Grotowski hat Großartiges geleistet! Die Auslotung verschiedener Stimmresonanzräume, das Experimentieren mit Körperübungen, die den Schauspieler hin zum Nullpunkt führen, das Schüren von Energie und deren Transparenz. Grotowski hat die richtigen Fragen gestellt, wusste ziemlich schnell wo sein Platz ist, eben nicht auf, sondern vor der Bühne. Und er hat sich nicht vom Mainstream mitreißen lassen, sondern sich im Laufe seines Lebenswerkes zunehmend auf die Herausschälung des Kern des Menschen, mittels Theaterarbeit fokussiert. Sicher ist er dabei auch den ein oder anderen Irrweg gegangen, doch er hat sich hingegeben, hat für sein Interesse und Lebenssziel Alles gegeben.
Das bedeutende Leute, die sich leicht dem mystisch-esoterischen Bereich zuordnen, allesamt an schweren Krankheiten sterben (Grotowski, Castaneda, Gurdijew u.a.) hat seinen Grund sicher nicht darin, dass sie an sich gescheitert sind.

Freitag, 1. Januar 2016

Ein vag(inal)er Ausblick

Das Jahr 2015 wurde hier in Leipzig förmlich weggeballert und nun haben wir, wie jedes Jahr, eine neue Zahl am Ende des Datums.
Was haben wir vor?
Nach wie vor und da ist auch kein Ende in Sicht - wollen und werden wir die Menschen mit den Mitteln des Theaters zum Lachen bewegen.

Konkret sind zwei Regieprojekte angedacht, jeweils Solostücke. Zum einen mit einem langbewährten, in Leipzig jahrzehntelang aktiven Kabarettisten. Nämlich Burkhard Damrau. Wir reden schon seit nunmehr Jahren davon zusammenzuarbeiten und haben uns hierfür schon etliche Male auf ein bis drei Kaffees getroffen, um in diesen Gesprächen immer wieder abzugleiten in Themen aktueller Politik. Aber das wird sein Grund haben. In diesem Jahr werden wir das festzuppeln.

Und dann habe ich vor mit Jonas, einem jungen Mann, der damals in der preisgekrönten Jugendtheaterinszenierung Macbeth im Theatrium u.a. mitgewirkt hat, nach der Schule ein Studium angefangen hat, und an einem schicksalhaften Tag hoch auf den Baum geklettert ist um seine Katze zu retten. Das endete mit einem Aufprall seines Kopfes auf dem Beton. Nun gilt er als unvermittelbar, wird von Maßnahme zu Maßnahme gejagt und dadurch nur noch mehr frustriert.
Das ist höchst sensibler Bühnenstoff, bei der die Satire aus allen Ecken grinst.

Natürlich gibt es wieder Sommertheater auf der Feinkost, die 10. Straßentheatertage und im Dezember unser legendäres Krippenspiel.

Auf meiner kleinen Weltreise 2004 hatte ich mal den Einfall einen unautorisierten Theater-Weltrekord zu realisieren. Da dieser Gedanke aber voller Populismus war und immer noch ist, habe ich das nie ernsthaft in Angriff genommen.
Wenn man das Ganze allerdings nicht so ernst nimmt, kriege ich mehr und mehr Lust darauf. Zwei Ideen wovon mit die letztere reizvoller scheint, krudeln mir dabei im Kopf:
1.Idee - die längste Soloimpro (aber wer soll sich das antun und inwieweit wird die Welt davon beglückt?)
2. Idee - die meisten Figuren in einem Stück (davon wird die Welt zwar auch nicht schöner, aber das ist wenigstens eine Herausforderung und könnte auch für Dritte unterhaltsam sein)

Naja, soweit eine vage Vorausschau.
Eines allerdings habe ich ganz fest vor: ATMEN.



Samstag, 14. November 2015

Anschläge und was man da als Künstler machen kann

Gestern, am 13.November wurden in Frankreich mehrere Anschläge verübt, bei denen weit über huntert Menschen ums Leben kamen.
Uns, die Bewohner der westlichen Welt, erschüttert es, wenn durch Anschläge um die Ecke zig Menschen brutal ums Leben kommen. Traumata entstehen, Gedenkfeiern und -tage werden eingerichtet. Unfassbar der Gedanke das unter den Opfern eines dieser kleinen, süßen Kinder gewesen sein könnte, die vielleicht mal bei einer Gerno-Knall-Vorstellung waren.
Noch unfassbarer ist der Gedanke, dass solche blutrünstigen und rational in keinster Weise zu rechtfertigenden Taten in einigen Gegenden unserer Welt an der Tagesordnung sind.
Der Handlungsspielraum für einen Künstler ist da begrenzt. Niemand kann die Welt allein ändern. Wir, das Knalltheater, werden weiterhin versuchen die Menschen zum Lachen, zum Strahlen zu bringen, wenn auch nur für Augenblicke - denn wir sind der Überzeugung: das Postitive im Leben überwiegt. Das wollen und werden wir hervorheben. Egal ob es 300 oder 3 Zuschauer sind.
Jeder hat verdient zu lachen. Ein kluger Mann hat mal gesagt: da wo 30 Teufel sind, sind mindestens auch 70 Engel, sonst würden wir es gar nicht aushalten.
Hätte ein Terrorist beim Gedanken an einen lustigen Clown seine Bombe zünden können?

Sonntag, 6. September 2015

Rezept für schnelles Gericht Sommertheater und wie man Weihnachten im Sommer feiert

Das Sommertheater war ein voller Erfolg. Der Zuschauertrend geht von Jahr zu Jahr nach oben. So haben wir uns das vorgestellt. Aus der ungünstigen Startzeit (19 Uhr) haben wir die Ressource "familienfreundlich" gewonnen.
Kollegen proben für ihre "Inszenierungen" sechs bis zum Teil acht Wochen.
Wir hingegen benötigen für ein Stück durchschnittlich vier bis sechs zweistündige Proben.
Wie das geht und trotzdem gut werden kann?
Ganz einfach:
Man nehme improerfahrene Schauspieler, inspiriert diese und notiert deren spielerische Einfälle, diese bringe man in eine Ordnung, festigt das Ganze und ... fertig, frisch, frech und lebendig vor den Zuschauer servieren!

Und der knopflochverlag hat wieder gezuckt. Das letzte Mal ist ja nun schon wieder beinahe drei Jahre her.
Es gibt ein neues Buch. Das erste Hardcoverbuch vom knopflochverlag. Und dann noch ein Gedichtband. Aber eben nicht irgendwelche Gedichte, sondern reimfremde, rumpelige, dafür humorvolle, kabarettistische Zeitzeugnisse von Roland Friedel und Matthias Schwarzmüller.
"Weihnachten verschoben" heißt ihr Werk. 10 Euro und es gibt nur 50 Stück davon. Also zugreifen!