Mittwoch, 20. Mai 2015

Großstadtschamanen aus radikaler Reduktion heraus gewaltig gewachsen

Zeitdruck, quantitative Projektsalaterie, unvorhergesehene Schwierigkeiten bei einem Amateurtheaterprojekt (Spieler springen ab, technische Vorrichtungen fressen immens Zeit und funktionieren dann doch nicht) aber die wenig sinnvolle Motivation den gesetzten Premierentermin unbedingt zu halten, können zu einen (Zwischen)"Ergebnis" führen, das für niemanden wirklich nütze ist. Weder für die Spieler, noch für die Einrichtung/Theaterhaus, schon gar nicht für die Zuschauer und auch nicht für den Spielleiter selbst.
Beim Cammerspielprojekt Großstadtschamanen kam all dies zusammen. Da waren dann nicht funktionierende Videoeinspielungen, die eingespielt worden, weil das mal so angedacht war und Textpassagen, die für mehr Verständnis sorgen sollten und doch nur mehr Verwirrung geschafft haben.

Was passiert mit einer Inszenierung, wenn man ihr den kompletten Text und die Videoeinspielungen wegnimmt.
Gestern hat sich gezeigt, dass sich dann ein Diamant hervorschält, der zwar noch ungeschliffen, aber überaus erlebens- und sehenswert ist.
Irre. Aus der ursprünglich halbgaren Inszenierung ist nun ein stimmungsvolles, performatives Bewegungsstück geworden, dass eine Ahnung darüber vermittelt, wie sich außerrationale Zustände anfühlen.

Nur noch heute (Mittwoch, 20. und morgen Donnerstag 21.Mai um 20 Uhr in den Cammerspielen) zu erleben!
Nutzt die Gelegenheit!!!!

Montag, 4. Mai 2015

Halbwarme Spielleitung

Das Knalltheater war aktiv in den letzten Wochen. So zum Beispiel gestern beim Seifenkistenrennen der naTo und beim Naturbund-Fest in Friedrichshain.
Für mich aber standen zwei Spielleiterprojekte in den letzten Wochen im Vordergrund.
Das waren einerseits das Projekt Großstadtschamanen und die Colditzer Geschichten.
Beide Projekte hatten im April ihre Premiere. Und trotz einer erkenntnisreichen Arbeitszeit und wunderschönen Prozessen, will sich in Punkto Ergebnis so wirklich keine Befriedigung in mir einstellen.
Nebenher liefen noch so viele andere Projekte (Knalltheater-Auftritte, Varieté-Auftritte, Proben Hofnarren und Statttheater, Workshopleitungen, so u.a. in Aschersleben usw.). Und so blieb nicht so viel Zeit um mit vollstem künstlerlischem Engagement die Projekte zu realisieren.
Daraus werde ich lernen. Letztlich hat so was Halbgares wie "Die Großstadtschamenen" dann für die Spieler und Zuschauer keinen Sinn.
Aber das ist halt das Los des Freiberuflers! In Terminen versinken, Zeitnot und Verdienstängste. Wenn sich das dann in den Ergebnissen niederschlägt, dann kann man sich schon mal hinterfragen ob man noch im richtigen Boot rudert.